Reinhold Stecher (*Innsbruck, 22.12.1921, + Innsbruck, 29.1.2013) war der zweite Bischof der Diözese Innsbruck. Seine Amtszeit war von 1981 bis 1997.

Seine Eltern waren Dr. Heinrich Stecher und Rosina Stecher, geborene Harpf. Reinhold Stecher war das mittlere Kind und hatte zwei Brüder. Sein älterer Bruder war Franziskaner. Sein jüngerer Bruder fiel noch in den letzten Kriegstagen 1945.

Reinhold Stecher wuchs in Innsbruck auf und absolvierte das Akademische Gymnasium. Bereits in seiner Jugend engagierte er sich in katholischen Jugendgruppen. Ein Freund aus der Kindheit war der Künstler Paul Flora.

Nach der Matura und dem Reichsarbeitsdienst trat er in das Priesterseminar in St. Michael in Matrei am Brenner ein. Nach der Aufhebung des Seminars in Matrei setzte Stecher sein Studium im Stift St. Georgen in Kärnten fort. 1941 wurde er wegen seiner Beteiligung an einer illegalen Wallfahrt nach Maria Waldrast verhaftet. Nach mehreren Monaten in Gestapohaft, teils in einer Einzelzelle, wurde er zur Wehrmacht einberufen. Als Soldat einer Gebirgsjägerkompanie war er in Nordrussland, Karelien und Finnland eingesetzt.

Im Spätherbst 1945 kehrte Reinhold Stecher nach Innsbruck zurück und nahm das Theologiestudium wieder auf. Zu seinen Lehrern zählten Karl und Hugo Rahner sowie Josef Andreas Jungmann. 1947 empfing Stecher die Priesterweihe und promovierte 1951 zum Doktor der Theologie.

Er wirkte in der außerschulischen Jugendseelsorge und in der Katechese. In einem Lebenslauf betont er, dass er "in allen Schultypen von der einklassigen Bergschule bis zur Universität" arbeitete. Tätig war er unter anderem als Präfekt am Bischöflichen Gymnasium Paulinum in Schwaz.

Stecher wirkte auch als Spiritual im Priesterseminar. Als Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt und der Pädagogischen Akademie des Bundes in Innsbruck ist er vielen in Tirol in Erinnerung geblieben. 24 Jahre war er in der Lehrerbildung tätig.

Neben seiner Tätigkeit in der Lehrerbildung engagierte er sich als Seelsorger u.a. für Studentenverbindungen und in der Jugendarbeit des Alpenvereins. In vielen Sommer Sommer organisierte der begeisterte Bergsportler Alpinkurse für Jugendliche und junge Erwachsene.

Kurz vor seiner Pensionierung im Schuldienst wurde Reinhold Stecher zum Bischof von Innsbruck ernannt.

Zu den Höhepunkten seiner Amtzeit zählen der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Innsbruck und die Seligsprechung der Märtyrer Otto Neururer und Jakob Gapp.

Stecher blieb nicht nur als pointierter und kritischer Kommentator kirchlicher wie politischer Zustände, sondern auch als Autor und Künstler in Erinnerung.
Als Vortragender und Exerzitienleiter war er im In- und Ausland gefragt. So gestaltete er für Radio Vatikan Sendungen. Für den Bayrischen Rundfunk und den ORF arbeitete er an mehrere Fernsehsendungen mit.

Prägende Themen seines Lebens waren unter anderem Schule, Bergsport, Einsatz gegen den Antisemitismus und für Erinnerungskultur. Innerkirchlich galt als Antipode zu den konservativen Bischöfen Kurt Krenn und Hermann Groer. Als Caritas Bischof trat er gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit ein. Auch persönlich engagierte sich für verschiedene soziale Projekte z.B. für die nordalbanische Gemeinde Velipoja.

Von Reinhold Stecher verfasster Lebenslauf

Nachlass Bischof Dr. Reinhold Stecher im Digitalen Archiv