- TitelStiftbrief
- Inhalt
Auf Ansuchen der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal wird ihr vom Pfarrer zu Imst Jakob Täsch und vom Domkapitel zu Brixen ein eigener Pfarrgesell mit Widum bewilligt.
Zum Unterhalt dieses Expositus stiftet die Gemeinde 14 Mark Berner jährlich, je zur Hälfte am St. Martin- und St. Georg-Tag, die ihm die Krichmair aus den Gülten und Zinsen bringen sollen.
Dazu bekommt er alles Beichtgeld, Opfergeld und Seelgerät nach Gewohnheit der Pfarrkirche Imst und die Käsesammlung im Herbst.
Pflichten des Kaplans: wöchentlich 3 oder 4 Messen, mit lesen, singen, predigen und Seelsorge und Heilige Ölung.
Dem Pfarrer von Imst muß er nichts geben, nur gehorsam sein ; dieser kann ihn ein- und absetzten.
Das Brixner Domkapitel ist Obrigkeit. Gemeinde verpflichtet sich zu jährlichen Kreuzgängen nach Imst und Arzel (Arzl). Für diese Veränderung sollen jedem Pfarrer zu Imst durch die Kirchmair jährlich zu St. Martintag 15 Pfund Berner MM gezinst werden.
Er hat dann keine Forderung an die Gemeinde. Die Gemeinde erbaut dem Priester das Widenhaus und erhält es; sie versorgt auch die St. Leonhardskapelle mit allem was zum Gottesdienst gehört.
Siegler: Kleines spitzovales Kapitelsiegel Brixen (gebrochen an Pressel anhängend - durch Dompropst Wolfgang Neundlinger, Stephan Stainhorn als Älterer an Dechants statt)
Siegelbitte durch Cristan Walser und Peter Grütsch, beide Nachbarn im Pitztal als Bevollmächtigte.
Zeugen: Hans Rosenzweug, Chorherr zu Unserer lieben Frau im Kreuzgang zu Brichsen (Brixen), Sebastian Zürcklburger, Bürger zu Brichsen (Brixen), Hans Ellkhoffl daselbs.
Original Pergament: 25 x 41 cm,
Plica 6 cm,
Siegel anhängend (beschädigt).
DV: Stiftsbrief vom Domkapitel zu Brixen oder Dechant
Archiv Berichte aus Tirol, I, 62
Tinkhauser-Rapp 3, 586
Urkunden Nummer: 2
Pfarrarchiv St. Leonhard im Pitztal - Provenienz
- Entstehung17.06.1485
- Umfang1 Urkunde
- ErhaltungszustandSchimmel ; Flecken
- Signatur6.7562.A10
- URN
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